Röthig & Röthig

DER IMMOBILIENMARKT BOOMT. IM HOTSPOT MÜNCHEN VERKAUFEN SICH IMMOBILIEN WIE VON SELBST. DER MARKT IST AUSGEDÜNNT. WIE GEHT ES WEITER? KOMMEN NEUE IMMOBILIEN ZUM VERKAUF? UND WAS ZEICHNET EIGENTLICH EINEN GUTEN IMMOBILIENMAKLER IN DIESEM GESCHÄFTSFELD AUS? DIESE UND ANDERE FRAGEN HABEN WIR DEM EXPERTENTEAM KATHRIN UND THOMAS RÖTHIG GESTELLT, AUCH IM HINBLICK AUF DEN ERBSCHAFTSBEREICH.

RÖTHIG & RÖTHIG wurde 1999 von Kathrin und Thomas Röthig in der Ismaninger Straße gegründet. Diese Niederlassung war das erste RE/MAX Immobilienbüro ina München und damit Vorreiter für die erfolgreiche Etablierung weiterer offices des Internationalen Franchiseunternehmens. Schließlich zog das Unternehmen in die Pienzenauerstraße im Herzogpark. RÖTHIG & RÖTHIG führte von 2003 bis 2015 die Master-Franchise-region RE/MAX Bayern und hat die Region mit über 50 Büros entwickelt. Eine der größten Stärken dieses „Power- Teams“ ist ihre hervorragende Vernetzung.

stylus: Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Herr Röthig, Sie haben sich besonders den Themen Erben und Vererben von Immobilien zugeschrieben. Wie kamen Sie darauf?  

Thomas Röthig: Da gibt es mehrere Gründe: Zum einen ist es ein großer Spezialmarkt, auf dem wir uns auskennen. In Deutschland werden im Jahr über Euro 400 Milliarden vererbt, die Hälfte hiervon ist Immobilienvermögen. Sehr viele Erben werden ihren Grundbesitz verkaufen. Zum anderen verfügen wir über eine sehr große Erfahrung in diesem Bereich. Ich selbst hatte eine der größten Erbrechtskanzleien mit mehreren Standorten in Deutschland. Diese Kanzlei habe ich vor 15 Jahren verkauft und mich voll und ganz der Immobilienwirtschaft verschrieben. Unsere Aufgabe war es damals als Kanzlei sowie ist es heute als Immobilienmakler Erbengemeinschaften auseinanderzusetzen. Eine spannende, allerdings auch keine leichte Aufgabe.

stylus: Weshalb war das nicht leicht?         

Thomas Röthig: Leicht ist es, Geld zu verteilen, Geld ist teilbar, schwieriger ist es Immobilienvermögen auseinanderzusetzen. Es müssen zunächst die Bedürfnisse der Beteiligten ermittelt werden. Der Eine will verkaufen, der Andere nicht. Der Eine will das Elternhaus renovieren, selbst beziehen oder vermieten, der Andere will das Haus abreißen, mit Wohnungen neu bebauen und dann mit Gewinn verkaufen. Der Erbe begibt sich somit in das Geschäft eines Bauträgers und geht unbekannte Risiken ein. Die große Kunst ist es, allen zu zuhören und ihre Bedürfnisse zu ermitteln. Der Beratungsbedarf ist groß. Nicht immer ist der Verkauf die Lösung. Wir sprechen deshalb mit allen Beteiligten. stylus: Was machen Sie, wenn einer der Erben nicht zu Ihnen kommt? Thomas Röthig: Dann fahren wir zu dem Erben. Das habe ich früher als Anwalt getan und wir machen es heute nicht anders.

stylus: Und dieser Aufwand lohnt sich?

Thomas Röthig: Auf jeden Fall. Wir brauchen das Vertrauen unserer Auftraggeber. Die Zeit, die wir am Anfang einsetzen, ist bestens investiert. Schließlich geht es um den höchsten Wert, den jemand besitzt, seine Immobilie. Ich sage immer, Menschen machen Geschäfte mit Menschen die sie kennen und mögen. Am kennenlernen geht nichts vorbei. Das ist der erste und wichtigste Schritt.

stylus: Um welche Werte geht es bei Ihren Aufträgen?

Thomas Röthig: Es geht nicht um die Werte der Immobilien. Wenn Sie auf unsere Internetseite schauen, dann finden Sie bei uns alles, das kleine Appartement, die Luxusvilla in einer der besten Lagen in München oder auch das Reihenhaus am Stadtrand. Unsere Prämisse lautet, erst der Auftraggeber und dann die Immobilie.

stylus: Heißt das, dass Sie alles machen?

Kathrin Röthig: Das ist eine gute Frage und ich sage ja! Wir machen alles, was wir selbst erledigen können. Bei uns bekommen die Kunden den sogenannten „Chefservice“. Der Kunde hat immer mit uns persönlich zu tun. Das ist wichtig, denn der Verkäufer möchte uns kennenlernen und dann mit uns zusammenarbeiten und er erwartet dann von uns, dass wir denselben Chefservice auch bei den Käufern erbringen. Selbstverständlich machen wir auch nicht alles selbst. Wir haben ein ganz hervorragendes Backoffice. Dies hält uns den Rücken frei, erstellt Exposés, macht Termine, stellt alle Unterlagen zusammen etc. Ohne unsere wertvollen Mitarbeiter wären wir nicht dort, wo wir heute sind.

stylus: Bewegen Sie sich nur im Raum München?

Kathrin Röthig: Nein, wenn die Immobilie in einer anderen Stadt oder einem anderen Land liegt, kommt unser großes RE/MAX Netzwerk zum Einsatz – wir sind mit über 100.000 Maklern weltweit und in über 100 Ländern vertreten – und wir vermitteln unseren Kunden an den besten Makler vor Ort. Dieser verfügt über die entsprechende Immobilienkompetenz.

stylus: Nochmals zurück zu Ihrem Chefservice, Immobilien besichtigen kann doch jeder.

Kathrin Röthig: Besichtigen kann jeder, aber nicht jeder kann Immobilien verkaufen. Wir können es. Mein Mann hat mit seiner Anwaltstätigkeit zusammengerechnet über 35 Jahre und ich über 25 Jahre Immobilienerfahrung. Wir sprechen hierbei von einer jahrzehntelangen Fachkompetenz. Denn eine Immobilie zu verkaufen ist eine komplexe Angelegenheit.

stylus: Weshalb ist es komplex?

Kathrin Röthig: Zunächst geht es an die Bestandsaufnahme: Vertragsverhältnisse ermitteln, Teilungserklärung, Protokolle und Abrechnungen einsehen, etc. Dann muss die Immobilie bewertet werden. Es gibt mehrere Bewertungsverfahren, die wir heranziehen, um den Wert zu ermitteln.

stylus: Und dieser Wert ist dann der Verkaufswert?

Kathrin Röthig: Nein! Unser Auftrag ist es die Immobilie zum höchsten Preis zu verkaufen. Da reicht es nicht aus, nur den Wert zu ermitteln, ein paar schöne Fotos zu machen und dann die Immobilie auf den verschiedenen Plattformen zu veröffentlichen. Das wäre zu einfach. Wir wollen die Immobilie möglichst veredeln. Hierfür machen wir eine intensive Bestandsaufnahme, erstellen eine “Mängelliste“ und arbeiten diese mit dem Verkäufer ab. Gerade in Erbschaftsangelegenheiten ist das ein wichtiges Thema. Sehr oft sind die Immobilien in die Jahre gekommen. Besser ist es z.B. die alten Böden zu entfernen, als den optisch schlechten Zustand zu belassen. Man muss sich nur in den Käufer hinein versetzten. Der erste Eindruck zählt. Hier müssen wir Punkten. Dann geht es selbstverständlich auch um die Fakten.

Thomas Röthig: Ja, Fakten, das ist ein Stichwort. Wir haben z.B. eine Erbengemeinschaft, die ein Grundstück in bester Villenlage in München-Pasing geerbt hat. Bis zur Beauftragung gab es viele Gespräche und Treffen – schließlich haben wir alle Erben kennengelernt und den Alleinauftrag erhalten. Seit über 2 Monaten sind wir mit der Sache intensiv beschäftigt. Erst am vergangenen Wochenende konnten wir nun das Objekt unseren zahlreichen Bestandskunden anbieten und sind danach in die öffentliche Vermarktung gegangen.

stylus: Weshalb hat das solange gedauert?

Kathrin Röthig: Der Zustand des unbewohnten Teil des Anwesens machte es unmöglich, Besichtigungen durchzuführen. Wir haben es daher räumen lassen. Auch mussten alte Böden und die Küche entfernt werden. Schließlich haben wir gegenüber gestellt, was besser ist, Sanierung der Villa, oder Abriss und Neubau. Entscheidend ist, auf welchem Weg die Erbengemeinschaft den höchsten Verkaufspreis erzielt. Daher haben wir mit Hilfe eines Architekten das Baurecht klären und Volumenstudien erstellen lassen. Den Kaufinteressenten geben wir damit auch eine wertvolle Entscheidungshilfe an die Hand.

stylus: Müssen dann die Eigentümer den Architekten bezahlen?      

Thomas Röthig: Nein, den Architekten beauftragen und zahlen wir. Wir lassen uns diese Kosten auch nicht erstatten. Es gehört zu unserem Service, alles zu tun, um die Immobilie zum höchsten Preis zu veräußern.   stylus: Welche Kosten entstehen somit den Verkäufern? Kathrin Röthig: Es gibt zwar in München noch die alte Regelung jeweils 3 % Provision vom Verkäufer und Käufer, zuzüglich der Mehrwertsteuer, wir nehmen jedoch von den Verkäufern kein Geld und lassen uns ausschließlich von den Käufern im Erfolgsfalle bezahlen. Bei den hohen Münchner Immobilienpreisen halten wir diese Vergütung für angemessen.

stylus: Liebe Frau Röthig, lieber Herr Röthig, es war ein sehr aufschlußreiches Gespräch. Mein Eindruck ist, dass Ihre Kunden Ihre Fairness und Ihren Respekt sehr schätzen! Vielen Dank für Ihre Zeit.

 

 

Fotos: www.tomgonsior.com
www.roethig-immobilien.de